Einführung in Achtsamkeit und Geduld
Achtsamkeit und Geduld sind zwei miteinander verbundene Konzepte, die in der psychologischen Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Achtsamkeit bezieht sich auf die bewusste, nicht wertende Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment, während Geduld oft als die Fähigkeit beschrieben wird, in schwierigen oder langwierigen Situationen ruhig und gelassen zu bleiben. Beide Konzepte haben sich als nützlich erwiesen, um Stress zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
Die Rolle der Geduld in der Achtsamkeit
Geduld spielt eine entscheidende Rolle in der Beziehung zwischen Achtsamkeit und Schmerzbewältigung. Eine Studie zeigt, dass Geduld die Beziehung zwischen Achtsamkeit und Schmerz bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen teilweise vermittelt. Erhöhte Achtsamkeit führt zu einer Reduzierung von Schmerzen, was durch eine Zunahme der Geduld erklärt werden kann (Ziabari et al., 2019).
Achtsamkeitstraining und seine Auswirkungen
Achtsamkeitstraining hat sich als wirksam erwiesen, um Stress bei verschiedenen Gruppen, einschließlich Gesundheitsdienstleistern (z.B. Pflegepersonal in Krankenhäusern) und Studenten, zu reduzieren. Es verbessert das persönliche Wohlbefinden, die Selbstmitgefühl und die Qualität der zwischenmenschlichen Interaktionen (Morgan et al., 2015; Huberty et al., 2019; Shapiro et al., 2008).
Bei Gesundheitsdienstleistern kann Achtsamkeitstraining helfen, Stress, Burnout und Mitgefühlsmüdigkeit zu reduzieren, was zu einer besseren Lebensqualität und Patientenversorgung führt (Wasson et al., 2020; Gilmartin et al., 2017).
Wirkungen der Achtsamkeit
Achtsamkeit wirkt sich positiv auf die mentale und physische Gesundheit aus, indem sie negative Funktionen reduziert und positive Ergebnisse in verschiedenen Lebensbereichen fördert. Die Praxis der Achtsamkeit kann durch Meditation und andere Übungen kultiviert werden, was zu einer verbesserten Aufmerksamkeit und einem tieferen Verständnis der eigenen Erfahrungen führt (Brown et al., 2007; Zelazo & Lyons, 2011).
Neurowissenschaftliche Studien haben begonnen, die Gehirnareale und Netzwerke zu identifizieren, die die positiven Effekte der Achtsamkeitsmeditation vermitteln, obwohl die genauen neuronalen Mechanismen noch nicht vollständig verstanden sind (Tang et al., 2015).
Herausforderungen und zukünftige Forschungsrichtungen
Trotz der positiven Ergebnisse gibt es Herausforderungen, wie die Notwendigkeit methodisch rigoroser Studien, um die neuronalen und molekularen Grundlagen der Achtsamkeit besser zu verstehen (Tang et al., 2015).
Zukünftige Forschungen sollten sich darauf konzentrieren, die spezifischen Mechanismen zu identifizieren, durch die Achtsamkeit und Geduld das Wohlbefinden verbessern, sowie die Entwicklung von Interventionen, die diese Fähigkeiten effektiv fördern (Brown et al., 2007; Bateman, 2012).
Insgesamt zeigen die Studien, dass Achtsamkeit und Geduld wichtige Faktoren für die Verbesserung des psychischen und physischen Wohlbefindens sind. Sie bieten wertvolle Ansätze zur Stressbewältigung und zur Förderung eines gesunden Lebensstils.
Wissenschaft zu Achtsamkeit und Geduld
Ziabari, L., Valikhani, A., Amlashi, M., & Ireland, M. (2019). Patience mediates the relationship between mindfulness and pain in patients with cardiovascular diseases. Mental Health, Religion & Culture, 22, 319 – 329.
Morgan, P., Simpson, J., & Smith, A. (2015). Health Care Workers’ Experiences of Mindfulness Training: a Qualitative Review. Mindfulness, 6, 744-758.
Wasson, R., Barratt, C., & O’Brien, W. (2020). Effects of Mindfulness-Based Interventions on Self-compassion in Health Care Professionals: a Meta-analysis. Mindfulness, 11, 1914 – 1934.
Huberty, J., Green, J., Glissmann, C., Larkey, L., Puzia, M., & Lee, C. (2019). Efficacy of the Mindfulness Meditation Mobile App “Calm” to Reduce Stress Among College Students: Randomized Controlled Trial. JMIR mHealth and uHealth, 7.
Brown, K., Ryan, R., & Creswell, J. (2007). Mindfulness: Theoretical Foundations and Evidence for its Salutary Effects. Psychological Inquiry, 18, 211 – 237.
Shapiro, S., Oman, D., Thoresen, C., Plante, T., & Flinders, T. (2008). Cultivating mindfulness: effects on well-being.. Journal of clinical psychology, 64 7, 840-62.
Gilmartin, H., Goyal, A., Hamati, M., Mann, J., Saint, S., & Chopra, V. (2017). Brief Mindfulness Practices for Healthcare Providers – A Systematic Literature Review.. The American journal of medicine, 130 10, 1219.e1-1219.e17.
Zelazo, P., & Lyons, K. (2011). Mindfulness Training in Childhood. Human Development, 54, 61 – 65.
Tang, Y., Hölzel, B., & Posner, M. (2015). The neuroscience of mindfulness meditation. Nature Reviews Neuroscience, 16, 213-225.