Einführung in MBSR und Bewusstsein

Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) ist ein strukturiertes Programm, das Achtsamkeitsmeditation nutzt, um Stress und psychische Belastungen zu reduzieren. Es hat sich als wirksam bei der Verbesserung der mentalen und physischen Gesundheit erwiesen und wird zunehmend in der Psychologie und Medizin integriert. Ein zentraler Aspekt von MBSR ist die Förderung des Bewusstseins, insbesondere in Bezug auf die Körperwahrnehmung und die kognitive Verarbeitung.

MBSR und Körperbewusstsein

MBSR kann die motorische Bewusstheit durch erhöhte Aufmerksamkeit verbessern. Studien zeigen, dass MBSR-Experten eine stärkere motorische Bewusstheit sowohl bei intentionellen als auch bei stimulus-basierten Handlungen aufweisen. Dies deutet darauf hin, dass MBSR die Kombination von Bottom-up- und Top-down-Aufmerksamkeit optimiert, um ein vollständiges Körpererleben zu ermöglichen (Delevoye-Turrell & Bobineau, 2012).

MBSR und kognitive Effekte

Obwohl MBSR theoretisch die Aufmerksamkeitsregulation und andere kognitive Prozesse verbessern soll, zeigen Studien gemischte Ergebnisse. Während einige Verbesserungen im Arbeitsgedächtnis und in der kognitiven Flexibilität festgestellt wurden, gibt es keine eindeutigen Beweise für Verbesserungen der Aufmerksamkeit oder der exekutiven Funktionen (Lao et al., 2016). Dies wirft Fragen über die theoretischen Grundlagen von Achtsamkeit auf und unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden theoretischen Rahmens.

MBSR und emotionale Kompetenzen

MBSR hat positive Auswirkungen auf die emotionale Regulierung, insbesondere bei der Reduzierung von Stress, Angst und Depression. Es verbessert auch die Empathie und das Selbstmitgefühl, was besonders für Fachkräfte im Gesundheitswesen von Bedeutung ist (Lamothe et al., 2016; Chiesa & Serretti, 2009). Bei Patienten mit sozialer Angststörung kann MBSR die emotionale Reaktivität verringern und die emotionale Regulierung verbessern, was zu einer Reduzierung von Vermeidungsverhalten und klinischen Symptomen führt (Goldin & Gross, 2010).

Herausforderungen und zukünftige Forschungsrichtungen

Trotz der positiven Effekte von MBSR gibt es noch offene Fragen, insbesondere in Bezug auf die Mechanismen, die den beobachteten Veränderungen zugrunde liegen. Es besteht ein Bedarf an weiteren Studien, um die spezifischen Effekte von MBSR im Vergleich zu anderen Behandlungen zu untersuchen und um die theoretischen Grundlagen der Achtsamkeit besser zu verstehen (Rapgay & Bystrisky, 2009; Lao et al., 2016). Zukünftige Forschung sollte auch die Entwicklung kreativer und effektiver Methoden zur Vermittlung von MBSR umfassen, um seine Anwendung und Wirksamkeit zu maximieren (Ghawadra et al., 2019).

Studien zu MBSR und Bewusstsein

Delevoye-Turrell, Y., & Bobineau, C. (2012). Motor Consciousness during Intention-Based and Stimulus-Based Actions: Modulating Attention Resources through Mindfulness Meditation. Frontiers in Psychology, 3.

Rapgay, L., & Bystrisky, A. (2009). Classical Mindfulness. Annals of the New York Academy of Sciences, 1172.

Lamothe, M., Rondeau, É., Malboeuf-Hurtubise, C., Duval, M., & Sultan, S. (2016). Outcomes of MBSR or MBSR-based interventions in health care providers: A systematic review with a focus on empathy and emotional competencies.. Complementary therapies in medicine, 24, 19-28.

Ghawadra, S., Abdullah, K., Choo, W., & Phang, C. (2019). Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) for Psychological Distress among Nurses: A Systematic Review.. Journal of clinical nursing.

Lao, S., Kissane, D., & Meadows, G. (2016). Cognitive effects of MBSR/MBCT: A systematic review of neuropsychological outcomes. Consciousness and Cognition, 45, 109-123.

Chiesa, A., & Serretti, A. (2009). Mindfulness-based stress reduction for stress management in healthy people: a review and meta-analysis.. Journal of alternative and complementary medicine, 15 5, 593-600.

Goldin, P., & Gross, J. (2010). Effects of mindfulness-based stress reduction (MBSR) on emotion regulation in social anxiety disorder.. Emotion, 10 1, 83-91.